
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
es ist Zeit für ein Update. Nach unserem letzten Ticker zum TV-E ist so einiges passiert, deshalb der Reihe nach:
- Die Informationen aus dem letzten Personalratsticker zum TV-E haben für einigen Aufruhr gesorgt, den wir hier transparent darstellen wollen. Zunächst haben drei Stationsleitungen zu den Aussagen Stellung bezogen und sich gegen einen ”Generalverdacht” gewehrt, unter den sie gestellt worden seien. Hier möchten wir klarstellen, dass wir von “einigen” oder “manchen” Leitungen gesprochen haben, und niemals von allen. Generalverdacht und Sippenhaft lehnen wir ab. Wir haben dies mit den drei Leitungen kommuniziert und konnten den Punkt hoffentlich bereinigen. Des weiteren melden sich immer noch Kolleginnen und Kollegen, die Fragen und Unklarheiten haben. Diese neuen und alten Fragen haben wir mitgenommen in
- die Besprechung mit den Kollegen von GB-P7, Zeitmanagement. Für die bessere Übersicht hier eine kurze Darstellung:
In der E-Learning-Plattform ILIAS gibt es Videos und Material zum TV-E, alle Kolleginnen und Kollegen sollen sich dort schulen und werden über die Stationsleitungen (SL) fortlaufend informiert. Fragen sollen erst an SL gerichtet werden, dann an P7.
Hinweis: Dokumente & Videos in ILIAS etwas versteckt: Dateipfad “Magazin” -> “Baumansicht” -> “Recht / Personal” -> “Breitenbach/ RLDatix für Dienstplaner”
Unten auf der Seite sind dann die Dokumente & Videos
Als erstes offene Fragen, die wir von Euch bekommen haben:
- Patient*innentransporte (gefragt von den Intensivstationen) haben keinen Einfluss auf die Ratio
- im Zwischendienst der Anästhesie am Wochenende können Belastungssituationen generiert werden (muss händisch von der SL eingetragen werden)
- geleistete Überstunden dürfen von den SL nicht gestrichen werden!
- Wenn Überstunden gemacht und dokumentiert werden, werden sie dem Folgedienst zugerechnet, der dann keine Punkte generiert- das ist nicht korrekt!
- die Fragen des AOP werden gesondert geklärt! Wir kommen zu euch!
- für schwangere Kolleginnen existiert leider keine gesonderte Regelung
Dann das Positive:
- die Einsicht in RLDatix (vorher Breitenbach) funktioniert
- die Art der Belastungssituation wird hinterlegt
- die zeitliche Listung der entstandenen Punkte scheint zu funktionieren (Umwandlung nach Entstehungszeitpunkt)
- “Leitungsdienste” können hinterlegt werden. Wenn SL und sSL auf Station/ am Bett mitarbeiten, können sie Belastungssituationen generieren und werden auf die Ratio voll angerechnet. Wenn allerdings ein Leitungsdienst hinterlegt ist, können für SL keine Belastungssituationen generiert werden.
- Messzeitpunkte stimmen für die Erfassung der Patientinnen und Patienten (12/18/23.59Uhr)
- Die Umsetzung für Bereich Azubis und Praxisanleitung ist noch in Arbeit und wird von uns begleitet.
Nun zum strittigen Part:
- die Umrechnung der Arbeitszeit in Pflegeminuten und die daraus resultierende Abkehr von der schichtgenauen Belastungserfassung
- die Erstellung von einheitlichen Schichtzeitfenstern für das ganze Haus (FD: 6:00 – 14:00 Uhr, SD: 14:00 – 22:00 Uhr, ND: 22:00 – 06:00 Uhr)
- die Anrechnung von Überstunden auf den Folgedienst
- das Streichen von Überstunden
- die Anrechnung von Rüst- und Wegezeiten sowie Übergaben
- die volle Anrechnung, wenn Kolleginnen und Kollegen “untertägig” aus dem Dienst krank nach Hause gehen
- die Aufteilung der geleisteten Arbeitszeit bei Zwischendiensten und anteilige Anrechnung in jedem Dienst
- Bei Zwischendiensten können Beschäftigte nur Belastungssituationen in der Schicht generieren, in der sie überwiegend anwesend waren
- nur eine Belastungssituation pro Schicht
- die Zuordnung zu einem oder mehreren Clustern
- Am nächsten Tag fand eine Besprechung der Arbeitsgruppe “IT tool” mit den Verantwortlichen der Abteilung Tarifpolitik von ver.di statt. Alle UKs waren vertreten, um von ihren Erfolgen, Fragen und Problemen zu berichten, die dann mit dem Arbeitgeberverband der Unikliniken (AdUK) bald bearbeitet werden
Besonders die Umrechnung in Pflegeminuten sowie den Umgang mit Überstunden und Übergaben hier am UKA sehen die Experten von ver.di genauso wie wir: dies ist ein eklatanter Tarifbruch! Der Tariftext wird hier frei von einer schichtgenauen in eine minutengenaue Berechnung der Ratios umgedeutet. Das darf so nicht weitergehen!
Eine ähnliche “Interpretation” des TV-E findet so auch am UK Münster statt. Alle anderen Standorte (Bonn, Köln, Düsseldorf, Essen) messen die Besetzungszahl zu den im Text vereinbarten Zeiten und rechnen nur den Zwischendienst anteilig – wie es eben im Tariftext steht.
In der Arbeitsgruppe haben wir im Verlauf dann anschließend alle (72) strittigen Punkte besprochen, die uns NRW-weit vorlagen. Diese und alle weiteren Punkte, die in der Besprechung durch die Expertinnen und Experten der Standorte erarbeitet wurden, werden dem AdUK nun zeitnah vorgelegt, damit diese bis zur nächsten Gesprächsrunde zwischen ihnen und ver.di an einer Klärung und Lösung gearbeitet werden kann.
Auch in der Landespersonalrätekonferenz konnten die verschiedenen Auslegungen an den UKs noch einmal besprochen werden. Auch hier herrschte Fassungslosigkeit über die Interpretationen in Münster und Aachen.
Natürlich fragt Ihr Euch jetzt, wie es denn nun weitergeht – Mühlen mahlen ja recht langsam. Wir raten Euch dringend, weiter mit Euren Leitungen im Gespräch zu bleiben, alles zu dokumentieren und Euch bei uns im PR zu melden, wenn es weiter zu Belastungssituationen kommt, die nicht ordnungsgemäß im System erfasst werden.
